27.10.2017

Nationalcoach Phillip Vielwerth im Interview

„Alles muss im Fluss sein"

Seit etlichen Jahren ist Phillip Vielwerth aus der deutschen STIHL TIMBERSPORTS Series nicht mehr wegzudenken: Er leitet den Trainingsstützpunk in Mellrichstadt und ist deutscher Nationaltrainer. Knapp zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft in Lillehammer erzählt er uns von seiner Rolle im Staffel-Team, den Ritualen des deutschen Teams und wie er die Chancen seiner Schützlinge einschätzt.

Du bist nicht nur Stützpunktleiter, sondern auch vor allem Nationaltrainer. Welche Aufgaben kommen so kurz vor der WM auf dich zu?
Ich stehe in engem Kontakt mit unserem WM-Teilnehmer. Schon während der Saison hört man viel voneinander, doch so kurz vor dem Saisonfinale intensiviert sich der Kontakt natürlich. Zudem kümmere ich mich um das Staffel-Training und lege die Trainingseinheiten fest. Neben dem sportlichen Aspekt ist es aber auch wichtig, dass es innerhalb der Mannschaft passt. Dazu trage aber nicht nur ich, sondern ganz besonders jeder einzelne Athlet bei – und ich kann sagen, dass die Stimmung in diesem Jahr wirklich hervorragend ist.

Wie bereitet sich das deutsche Team auf die WM vor und gibt es spezielle Rituale vor dem Wettkampf?
Das obligatorische Staffel-Training zwei Wochen vor der WM ist für uns allen sehr wichtig. Es schweißt ungemein zusammen, die einzelnen Abläufe einzustudieren, sich auszutauschen und auf und neben dem Trainingsplatz Zeit miteinander zu verbringen. Bevor wir in den Flieger nach Norwegen steigen, trifft sich das Team bereits einen Tag zuvor und stimmt sich mit einer gemeinsamen Unternehmung auf die Reise und die WM ein.

Lars Seibert feiert in Lillehammer seine internationale Premiere. Welche Ratschläge gibst du „Newcomern" mit, bevor sie sich mit den besten der Welt messen?
Einem Typen wie Lars muss ich nichts erzählen. Er ist so sicher, selbstbewusst und fokussiert, dass ich mir in keiner Weise einen Kopf machen muss. Lars ist an der Single Buck eine Macht und hat dank seiner Größe eine unheimliche Präsenz, die uns auf der Bühne sehr helfen wird.


Wie schätzt du die Chancen der deutschen Staffel ein?
Im vergangenen Jahr sind wir mit einer gehörigen Packung Optimismus an den Start gegangen und waren am Ende ziemlich enttäuscht. Daher stapeln wir in diesem Jahr etwas tiefer, setzen uns aber klar das Ziel, bestes europäisches Team werden zu wollen. Am Wettkampftag muss alles im Fluss sein, die Abläufe und die Übergänge zwischen den einzelnen Disziplinen müssen passen. Vor allem aber wollen wir unseren Fans eine gute Show bieten und wenn am Ende des Tages alles zusammenpasst, dann hat unser Team auf jeden Fall das Potential, um die Overseas zu ärgern.

Robert Ebner hat sich 2017 auf nationaler Ebene in herausragender Form präsentiert. Was traust du ihm in Lillehammer zu?
Robert hat über die Saison gezeigt, dass er in einer bestechenden Form ist und er sich auf den Punkt fokussieren kann. Er hat ungemeine Erfahrung, kennt die große Bühne und hat ohne Frage die Fähigkeiten, oben mitzumischen. Robert ist ein akribischer Athlet, der sehr viel trainiert und auch nochmal zum Training auf den Stützpunkt kommt, um alles noch einmal durchzugehen. Ich traue ihm auf jeden Fall einen Podiumsplatz zu.